Rüsselsheimer Echo vom 12.08.2017

Verein vermittelt rund 300 Tiere pro Jahr: Hier wird Meerschweinchen geholfen
Wer Karoline Neudert besucht, muss aufpassen, wo er hintritt. Denn überall im Garten wuseln Tiere umher. Ihre beiden Hunde Alfred und Fritzi laufen schwanzwedelnd über das Grün. Katze Muffin stromert durch die Gegend. Und die drei Meerschweinchen Kwabs, Jaakari und Radieschen huschen über den Rasen.

Doch das ist längst nicht alles. Hinten im Garten steht eine Laube. Sie beherbergt die Auffangstation des Vereins „Meerschweinchen in Not“. 16 Tiere sind aktuell hier gestrandet. Ihnen geht es in ihren Parzellen sichtlich gut, sie quieken vergnügt um die Wette. „16 Meerschweinchen sind nicht sonderlich viel. In der Ferienzeit gibt es normalerweise ganz viele Notfälle“, sagt Neudert. Durch ihre Betonung des Wortes „Notfälle“ wird klar, dass sie den Begriff ironisch verwendet. Sie meint damit, dass viele Familien die Tiere kurzerhand loswerden wollen, um in den Urlaub fahren zu können. 

Station zum Auffangen

80 Tiere haben Platz in der Auffangstation. Bis die in Neuderts Garten stand, war es ein langer Weg. Vor elf Jahren ist die gebürtige Frankfurterin dem Verein beigetreten. „Ich habe dann die ersten beiden Tiere aufgenommen, als ganz normale Pflegestelle. Wenig später kamen die nächsten zwei – und dann kamen auch schon vier neue...“

Irgendwann ging sie zu ihrem Mann und sagte: „Bau’ mir doch mal ein größeres Gehege.“ Für den Schreinermeister kein Problem. Heute ist die Laube bestens ausgestattet, mit Heizung, Lüftungsanlage und Katzenklappe – um Mäuse abzuschrecken. „Die könnten Krankheiten hier reinbringen“, erklärt Neudert. Katze Muffin und die Meerschweinchen leben in friedlicher Koexistenz.

Bankkauffrau Neudert hatte schon als Kind Tiere. „Als sie in Kelsterbach noch die Stoppelfelder abgefackelt haben, habe ich die Tiere aufgelesen, die dem Feuer nicht entkommen sind“, erinnert sie sich. Mit der Sporttasche sei sie über die verkohlten Felder gestreift und habe Igel, Kaninchen und Co. eingesammelt. „Meine Mutter hat sie in Kamillentee gebadet. Am nächsten Morgen musste sie berichten, wer es geschafft hat.“

Susi war die erste

Neudert war damals fünf Jahre alt. Wenig später kam das erste Meerschweinchen ins Haus, Susi. „Als wir mit den Eltern im Urlaub waren, hat mein Opa angerufen und gefragt, ob wir nicht zufällig zwei Tiere gekauft hätten.“ Hatten sie nicht, Susi war schwanger gewesen und hatte Nachwuchs zur Welt gebracht. Damals begann, was sich heute so anhört: „Mein Herz gehört den Meerschweinchen.“

Rund 300 Tiere nimmt der Verein pro Jahr auf und vermittelt sie. Jedes von ihnen hat oder bekommt einen Namen. Diese sind illuster: Thomas, Bernardo, Sternschnuppe oder Trüffel heißen die putzigen Vierbeiner. Hinzukommen noch 38 Nager, die nicht mehr vermittelt werden und auf Kosten des Vereins ihr Gnadenbrot bekommen.

„Bei uns landen auch viele Schicksale“, sagt Neudert. Sie erzählt, wie mal eine Frau bei ihr angerufen habe. „Kommen Sie her und holen das Tier endlich da raus“, hatte die Anruferin panisch gefordert. Es stellte sich heraus, dass der Freund der Anruferin ein Meerschweinchen an seine Würgeschlange verfüttern wollte. „Das Tier hatte drei Tage und Nächte mit seinem Fressfeind zusammengesessen und war völlig verängstigt“, erzählt Neudert. Glück im Unglück: Der Verein konnte das traumatisierte Tier wieder in eine Gruppe eingliedern und gemeinsam vermitteln.

Link zur Online-Ausgabe: http://m.ruesselsheimer-echo.de/lokales/ruesselsheim/Hier-wird-Meerschweinchen-geholfen;art57641,2736172

Patentiere tragen unseren Verein

Der Verein „Meerschweinchen in Not“ wurde 2001 gegründet. Inzwischen zählt er mehr als 200 Mitglieder. Der Kern aktiver Helfer beträgt rund 70 Personen. Die Aufgaben sind vielfältig: Vom samstäglichen Putzdienst, über Bereitstellung von Platz für Notfälle bis zu Tierarzt-Fahrten ist alles dabei.

Nach eigenen Angaben benötigt der Verein, der 2014 mit dem hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde, pro Jahr rund 18 000 bis 25 000 Euro. Dieser Betrag lasse sich nicht durch Mitgliedsbeiträge auffangen. „Patenschaften tragen unseren Verein“, sagt die Vorsitzende Karoline Neudert. Auf diese Weise können Interessierte den Tieren helfen, ohne sich an den Verein zu binden.

Um weiteres Geld in die Kassen zu spülen, lassen sich die Verantwortlichen immer wieder etwas einfallen. So verkaufen die Helfer seit vier Jahren regelmäßig Flammkuchen auf Veranstaltungen – auch beim Sommerfest mit dem Tierschutzverein am morgigen Sonntag, 13. August, ab 11 Uhr im Vereinshaus in Kelsterbach (Mörfelder Straße 36).

Kontakt zum Verein unter Telefon (0 15 20) 6 35 26 25 und im Internet unter www.meerschweinchen-in-not.de.


12.10.2013

© Verlag + Druck LINUS WITTICH

Meerschweinchen in Not
Neues Meerschweinchen-Quartier in einem Chalet
"Meerschweinchen in Not e. V."; was recht possierlich klingt, ist eine Organisation, deren Mitglieder und Unterstützer sich einer ernsthaften Problematik angenommen haben. Kleintiere nehmen einen besonderen Bereich des Tierschutzes ein, seit 2001 besteht der Verein, der seinen Sitz vor gut drei Jahren in die Untermainstadt verlagert hat. Feierlich eingeweiht wurde dort vor kurzem ein nagelneues Wintergehege, das erweiterte Möglichkeiten der Betreuung bietet.
Sichtlich gerührt zeigte sich die Vorsitzende Karoline Neudert, als sie in der Mauerstraße, dem Sitz des neuen Geheges, viele Gäste begrüßen durfte. Mitglieder und Freunde belegten durch zahlreiches Erscheinen ihr großes Interesse an der Arbeit des Vereins. Bürgermeister Manfred Ockel, dem am Tag der Eröffnung eine besondere Rolle zufiel, würdigte das große Engagement, gesteuert von einer agilen Vorsitzenden mit Herz und Verstand. Der Verein decke ein weiteres und wichtiges Modell des Tierschutzes ab, bemerkte das Stadtoberhaupt. Der Vorsitzende des Vereinsrings Thorsten Schreiner stellte das soziale Element im Ehrenamt heraus und lobte die Entwicklung eines aktiven Vereins. Nachdem der Vorstand via Power-Point die Stationen der anspruchsvollen Baumaßnahme im Bild resümierte, übergaben die Vorsitzende und der Bürgermeister mit Scherenschnitt das Wintergehege seiner Bestimmung. Ockel geleitete mit sensibler Hand die ersten Bewohner in ihr neues Domizil, dem Meerschweinchen-Chalet.
Breite Unterstützung und Medienpräsenz
Viel Lob gab es für den Baumeister des "Chalets" Jürgen Treutel, dem Gatten der Vereins-Chefin. Mit der Unterstützung vieler fleißiger Mitstreiter konzipierte Treutel ein sehenswertes Bauerwerk, das eine artgerechte Unterbringung auf Ideal-Basis gewährleistet. Das befreundete Ehepaar Petra und Helmut Weichwald brachte sich ideell und materiell in das Projekt mit ein. Letztgenannter verzichtete anlässlich seines runden Geburtstages auf Sachgeschenke und zog es vor Geld für den Tierschutz zu sammeln. Den Scheck in Leinwandformat übergab der Spender feierlich im Rahmen der Eröffnungszeremonie. Vom Abriss des alten Geheges bis zu diesem großen Tag galt es die Voraussetzung zu schaffen, mehr Tiere aufnehmen zu können. Die Aufnahme-Kapazität beträgt jetzt mehr als das Doppelte. Auf ein gewisses Maß an Popularität wird im Sinn der guten Sache Wert gelegt, daher läuft der Bereich Public-Relation inzwischen zu Hochform auf. Nachdem Webseite und Facebook professionell den Online-Bedarf abdecken, schaffte es Meerschweinchen in Not sogar ins Fernsehen. Der Sender VOX präsentierte die Kelsterbacher Tierschützer in dem Format "Hund, Katze, Maus und kürzlich war auch der Hessische Rundfunk zu Gast und berichte exklusiv in "Maintower". 
Warum gerade Meerschweinchen?
"Tierschutz ist immer wichtig" bekräftigt Karoline Neudert und begründet dabei die Spezialisierung auf Meerschweinchen mit den besonderen Bedürfnissen für Kleintiere. Diese übersehe man leicht, da sie nicht eine Lobby hätten wie die "lautstärkeren Tiere", die sich im Notfall auch leichter bemerkbar machen könnten. Bei Tierheimen läge der Focus daher mehr auf Katzen und Hunden, die Bedürfnisse von Kleintieren übersehen die Tierfreunde nicht selten, erklärte Neudert. Sie fristen ihr Dasein still und leiden in dunklen Verschlägen alles andere als artgerecht oder human. "Schon immer gab es Menschen, die sich privat um die Tiere kümmern, jedoch der Zusammenschluss in einem Verein fehlte damals", blickte die Vorsitzende zurück. Die Kelsterbacher, anfangs in Rüsselsheim organisiert, übernahmen eine Art Vorreiter-Rolle, inzwischen verteilen sich einige Vereine mehr in Deutschland. Ehrenamtliche Tierschützer seien zudem wichtig, da das Know-How, dass für Kleintiere vorausgesetzt sei, in Tierheimen nicht vorgefunden werde. "Meerschweinchen in Not" sieht seine Aufgaben als vielfältig an und leistet seinen Dienst am bedürftigen Kleintier. Das neue Gehege sei ein Meilenstein, der dazu einen wertvollen Beitrag liefert. (Ts)

Quelle:  http://www.wittich.de vom 12.10.2013


Frankfurter Neue Presse vom vom 17.08.2013

Belinda Bloch (von links), Karoline Neudert, Vanessa Hepp und Tine Preis vom Verein „Meerschweinchen in Not“ mit ihren neuen Schützlingen.
Vanessa Hepp wiegt die Tiere bei der Erstuntersuchung. Foto: tami

Privater Garten wird zur Auffangstation für Meerschweinchen

Vereinsvorsitzende Karoline Neudert hat 23 trächtige Weibchen aus schlechter Haltung übernommen, um sie jetzt aufzupäppeln

Der Verein „Meerschweinchen in Not“ hat jetzt 23 Weibchen aus Landshut abgeholt. Sie sind untergewichtig und teils verletzt. Jetzt suchen die Helfer nach Pflegestellen. Auch Spenden können helfen.

Kelsterbach. 

Eine Dringlichkeit hält den Verein „Meerschweinchen in Not“ zurzeit auf Trab. Nach einer Räumung in Landshut am Donnerstag zählt Vorsitzende Karoline Neudert zu den 42 bereits vorhanden Tieren 23 Neuaufnahmen - alles trächtige Weibchen, die in den kommenden Tagen etwa 100 Junge gebären werden. Nun gibt es für die Mitglieder viel zu tun, denn die Meerschweinchen stammen aus schlechter Haltung, sind voller Ungeziefer, und viele sind verletzt.

Die Tiere stammen von einer Privatperson im 450 Kilometer entfernten Landshut, wo sie mit Kaninchen zusammen in einem Stall in kleinen Boxen gehalten wurden. Dort saßen die Meerschweinchen bis zum Hals im Dreck. Wegen einer Erkrankung konnte sich die Eigentümerin nicht mehr um sie kümmern. Wie es dazu kam, dass sich das dortige Veterinäramt einschaltete und die zweite Räumung binnen weniger Jahre veranlasste, ist unbekannt. Jedenfalls sortierten Mitarbeiter mit Helfer des Tierschutzvereins in Landshut bei der Räumung laut Neudert zunächst einmal tote Tiere aus. Insgesamt lebten in dem Stall mehr als 400 auf engstem Raum.

Unterstützung angeboten

Nach der Räumung habe das völlig überfüllte Tierheim Landshut im Internet dringend um Hilfe gebeten. Der Kelsterbacher Verein wurde über Facebook auf den Notruf aufmerksam und bot sofort seine Unterstützung an. So kam es, dass Karoline Neudert und Isa Braxmair am Donnerstag mit Neuderts Privatwagen nach Landshut fuhren und wenigstens 23 Tiere übernahmen und so die Not im dortigen Tierheim ein wenig linderten.

Am frühen Abend trafen die beiden Damen und ihre lebendige, in Boxen verstaute Fracht in Kelsterbach ein. Die Tiere waren wegen der langen Fahrt extrem gestresst und verängstigt. Nach und nach wurden sie auf Neuderts Terrasse von Belinda Bloch, Vanessa Hepp, Tine Preis und Denis Fischbach Erstuntersuchungen unterzogen, versorgt, gewogen und für die Homepage des Vereins fotografiert. Außerdem wurden das Alter geschätzt, die Rassen und Fellfarbe bestimmt und Buch geführt, wobei Besonderheiten dokumentiert wurden. Dabei stellte sich heraus, dass alle trächtigen Weibchen untergewichtig waren. Etwa 1200 Gramm hätten sie wiegen sollen, die schwächsten brachten gerade mal etwas mehr als 700 Gramm auf die Waage.

Nachdem die Wunden versorgt waren und auch etwas gegen die Parasiten im Fell unternommen worden war, wurden die Meerschweinchen in Boxen gesetzt. Neudert päppelt sie in den kommenden Tagen mit Kraftfutter auf. Stündlich erwartet sie nun den ersten Nachwuchs. Am Montag wird ein Tierarzt die Tiere noch einmal genau untersuchen.

Namen vorschlagen

Namen bekommen die Meerschweinchen nicht. Sie und ihr Nachwuchs werden lediglich mit „LH“ - wie Landshut - mit fortlaufenden Nummern tituliert. Für die endgültige Namensgebung (auch für die Jungen) wird demnächst eine Liste mit Namensvorschlägen erarbeitet, die auf die Homepage des Vereins gestellt wird. Dort können sich Paten dann für eine Spende von jeweils 15 Euro pro weiblichem Tier einen Namen aussuchen. Für Böcke wird eine Spende von 30 Euro erhoben, weil dieser Betrag die Kosten für die im Alter von vier bis sechs Monaten anstehende Kastration enthält.

Fotos von allen Meerschweinchen landen in Kürze auf der Homepage - mit dem Hinweis, dass sie sich erst einmal erholen und zu Kräften kommen müssen, bevor sie vermittlungsfähig sind.

Darüber hinaus werden händeringend Pflegestellen gesucht. Interessenten sollten Erfahrungen mit den Tieren gesammelt haben über Boxen von 1,20 x 1,50 Meter für zwei Tiere und 1,40 x 1,60 Meter für drei Tiere verfügen. Streu, Heu, Futter- und auch Tierarztkosten übernimmt dann der Verein.

Weil alle Tiere ab Oktober eine feste und wärmende Behausung benötigen, hilft Vorsitzende Karoline Neudert ihrem Mann zurzeit bei der Errichtung eines Winterhauses, das in vier Wochen bei Kaffee und Kuchen eingeweiht werden soll. „Da wird der private Garten zur Auffangstation“, kommentiert Neudert ihr ehrenamtliches Engagement für Meerschweinchen in Not mit einem Lächeln. tami

Wegen des anstehenden Notfalls erbittet der Verein „Meerschweinchen in Not“ dringend Spenden auf das Konto 1037316 bei der Kreissparkasse Groß-Gerau, BLZ 50852553.

Artikel vom 17.08.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 19.08.2013, 02:44 Uhr)

Artikel: www.fnp.de/rhein-main/kreise_of_gross-gerau/Privater-Garten-wird-zur-Auffangstation-fuer-Meerschweinchen;art688,603582

© 2013 Frankfurter Neue Presse


Frankfurter Neue Presse vom 13.7.2013

Aussetzen kein Kavaliersdelikt

Von Carmen Erlenbach

 

Viele Tiere, deren Besitzer in den Ferien in den Urlaub fahren, werden oft nicht in eine Betreuung gebracht, sondern einfach ausgesetzt. So erging es auch einem Meerschweinchen in Viernheim.

Kelsterbach. 

Erst werden sie angeschafft, dann werden sie einfach ausgesetzt. Mit dem Beginn der Sommerferien entledigt sich mancher in Feld, Wald oder Flur seines Tieres. Den ersten klassischen Fall verzeichnet derzeit der Verein „Meerschweinchen in Not“. Ob das neben einem Sportplatz in Viernheim gefundene Rosetten-Böckchen trotz Klinikaufenthaltes und medizinischer Fürsorge von Vorsitzender Karoline Neudert noch einmal richtig auf die Beine kommt, ist unklar.

Die alljährliche Herzlosigkeit und Kaltschnäuzigkeit, mit der jedes Jahr zur Sommerzeit viele von Menschen abhängige Tiere in der Wildnis einfach sich selbst überlassen werden, sei grenzenlos. Dabei ist das Aussetzen von Tieren nicht etwa ein Kavaliersdelikt, sondern ein gesetzlich geregelter Straftatbestand. Auch demjenigen, der das Meerschweinchen in Viernheim ausgesetzt hat, droht das empfindliche Strafmaß von einer Summe bis zu 25 000 Euro.

 

Kaum noch laufen

 

Das braune Böcken war völlig verstört und abgemagert, als es eine Dame am Sportplatz in Viernheim entdeckte. Als sie versuchte, es einzufangen, erntete sie von anderen Sportplatzbesuchern Hohn und Spott. Nachdem sie das Tier endlich in den Händen hielt, dem die Beckenknochen bereits herausstanden und das deswegen kaum noch laufen konnte, besorgte sie an einem Imbissstand eine Gurke. Das völlig ausgehungerte Böckchen mit vielen offenen Bisswunden auf dem Rücken und kahlen Stellen im Fell stürzte sich darauf, wirkte aber sehr klapprig. Darauf rief die Dame bei Neudert an und schilderte ihr den Fall. Am Montag sollte das Tier in Neuderts Pflegestation umziehen. Als es sich am Samstagabend bei seiner Retterin jedoch zum Sterben auf die Seite legte, brachte sie es sofort in die Tierklinik nach Hofheim. Dort wurde dem Notfall umgehend geholfen. Das stark dehydrierte Böckchen wurde mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgt. Darüber hinaus wurden ihm mehr als zehn Zecken entfernt.

Am Montag durfte Karoline Neudert es abholen. Nun ist es in der Pflegestation in Kelsterbach untergekommen. Jedoch muss es die kommenden zwei Wochen isoliert und unter Quarantäne in seinem Gehege leben. Neudert beobachtet das Tier, das nun den Namen „Magic“ trägt. Falls es eine Hirnhautentzündung wegen der Zeckenbisse haben sollte, könnte es andere Tiere und auch Menschen anstecken.

 

Immer schwächer

 

Werden Tiere ausgesetzt, finden sie laut Neudert selbstständig kein Futter mehr, werden immer schwächer und schließlich zur Beute. Zurzeit päppelt sie das Böckchen, das sich für jede Zärtlichkeit dankbar zeigt, mit Haferflocken wieder auf. Es verzehrt auch Gurken und Karotten, aber Obst und Gemüse scheint es gar nicht zu kennen. Ebenso wenig wie Salat und Kräuter.

Die Kosten für den Klinikaufenthalt des etwa sechs Monate alten Sorgenkindes von 105 Euro übernimmt der Verein. Das gilt auch für die Arzneikosten.

Nun muss „Magic“ erst einmal wieder auf die Beine kommen. Sobald er hoffentlich wieder ganz gesund und sein Fell nachgewachsen ist, steht seine Kastration an. Auch diese Kosten von 30 Euro trägt der Verein. Wer dem Tier helfen will, überweist eine Spende auf das Konto 1 03 73 16 bei der Kreissparkasse Groß-Gerau, BLZ 50 85 25 53.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.meerschweinchen-in-not.de.

Artikel vom 13.07.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 15.07.2013, 02:44 Uhr)

 

Artikel: http://www.fnp.de/rhein-main/kreise_of_gross-gerau/Aussetzen-kein-Kavaliersdelikt;art688,577598

© 2013 Frankfurter Neue Presse 


Frankfurter Neue Presse vom 5.7.2013

Sie hat ein Herz für kleine Tiere

Von Carmen Erlenbach

Karoline Neudert vom Verein „Meerschweinchen in Not“ kümmert sich um abgegebene Nager

Die kleinen Tiere, die von ihren Besitzern nicht mehr gewollt werden, kommen beim Verein „Meerschweinchen in Not“ unter. Vorsitzende Karoline Neudert pflegt sie mit Hingabe, mitunter ist sie dann auch als Tier-Friseurin tätig.

Kelsterbach. 

Sie sind klein, putzig und quirlig. Freude sollten sie bringen - doch dann wurden die Besitzer ihrer überdrüssig. Ein Tier nach dem anderen wird aus verschiedensten Gründen beim Verein „Meerschweinchen in Not“ abgegeben, mal wegen einer angeblichen Allergie oder weil plötzlich die Zeit fehlt. Vorsitzende Karoline Neudert hat ein großes Herz und nimmt sie alle auf - auch wenn Böcke nicht kastriert und Weibchen trächtig sind - und sich abzeichnet, dass Nachwuchs ins Haus steht. So blickt jedes Meerschweinchen in Neuderts Ställen auf ein anderes Schicksal.

Alleine im vorigen Jahr nahm sie 325 Tiere auf, die tierärztlich versorgt, dann auf Pflegestellen verteilt und von dort neu vermittelt wurden. Neben Neudert fungiert Kassenwartin Elke Klettke in der Untermainstadt als Pflegestation. Insgesamt zählt der Verein 28 Pflegestellen in einem Radius von etwa 150 Kilometer um Kelsterbach. Abgegebene Meerschweinchen kommen bis aus Heidelberg, Koblenz und Marburg.

Auch in Notfällen wird der Verein aktiv. So waren im Winter 2011 bei der Räumung einer völlig verwahrlosten Wohnung alleine 85 Tiere geholt worden, derer der Besitzer nicht mehr Herr war. Der Verein kümmert sich auch um andere Kleintiere wie Ratten und Kaninchen, die von ihren Besitzern abgegeben werden, und kooperiert zu diesem Zweck mit Tierheimen, Tierschutzvereinen, dem Verein „Rat Angels“ in Kelsterbach sowie der Kaninchenhilfe in Rosbach bei Friedberg.

Der im November 2001 gegründete Verein „Meerschweinchen in Not“ war zunächst in Rüsselsheim zu Hause. Mit der Wahl von Neudert zur Vorsitzenden siedelte er im Juni 2010 nach Kelsterbach um. Er hat sich auf die Fahne geschrieben, Kleine Tiere aufzunehmen, sie gesund zu pflegen und zu vermitteln.

 

Über Spenden finanziert

 

Alle Böcke werden zunächst kastriert, damit sich die putzigen Tierchen nicht ungewollt vermehren. Denn so unwahrscheinlich es auch klingen mag, so kann ein erst drei Wochen altes Bübchen bereits seine Mutter erfolgreich decken und weiteren Nachwuchs zeugen. Die Böcke werden kastriert, weil bei ihnen der Eingriff einfacher ist als bei Weibchen. Die Kosten von 30 Euro pro Kastration zahlt der Verein, der sich über Spenden finanziert.

Darüber hinaus beläuft sich die Unterhaltung jedes Tieres inklusive weiterer Tierarztkosten, aber auch Ausgaben für Einstreu, Heu und Trockenfutter auf etwa 15 Euro. So erklären sich die Spenden von 25 Euro für ein weibliches und 35 Euro für ein männliches Tier, um die neue Besitzer bei Vermittlung gebeten werden.

Im Sommer muss sich Neudert bei Temperaturen über 20 Grad intensiver um ihre vierbeinigen Schützlinge kümmern. Nicht selten wird es den unterschiedlichen Rassen wie Kurzhaar, Langhaar, Rosetten, Sheltis mit langen und nach hinten hängenden Haaren, und Peruanern mit einem „Scheitel“ und beidseitig herabhängenden Haaren zu warm. Denn sie regulieren ihre Körpertemperatur ausschließlich über Füße und Ohren. Bei großer Hitze bauen die Kleinen manchmal rasch ab. Erst leiden sie unter Kreislaufproblemen, dann droht ihnen ein Hitzschlag. Ein Tier hat Neudert in diesem Sommer deshalb bereits verloren. Um zwei weitere kämpfte sie stundenlang. Sie schlug sie fest in kühle, feuchte Tücher ein und versorgte die kleinen Mäulchen mit kaltem Trinkwasser. „In solchen Fällen muss rein, was reingeht. Und sie schlucken dann auch“, so Neudert. Obendrein griff sie zur Schere, betätigte sich als Friseurin und verpasste den Langhaar-Patienten einen Kurzhaarschnitt. „Andere rasieren ihre Meerschweinchen bei großer Hitze.“

 

Auf Pflegestellen verteilt

 

Abgabetiere landen bei Neudert zunächst in einer Quarantänestation. Das hat seinen Grund. Denn mitunter leiden sie unter Kokzidien - das sind gefährliche und aggressive Darmparasiten, die sich auf andere Tiere übertragen und zum Tod führen können. Die Behandlung dauert etwa 14 Tage. Dann erst werden die Tiere in kleinen und verträglichen Gruppen auf Pflegestellen verteilt, aber immer in Harems. Denn ein Bock hält sich zwischen 10 und 15 „Weibern“.

Tiere, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr vermittelt werden können, behält der Verein als Patentiere. Dann kommt der Verein mit Spenden für die Versorgung auf, die auf das Konto 1 03 73 16 bei der Kreissparkasse Groß-Gerau, Bankleitzahl 508 525 53 eingezahlt werden können. Patenschaften gibt’s ab 2,50 Euro monatlich - alles gegen Quittung für das Finanzamt. Zurzeit zählt der Verein 30 Patentiere - und rund 180 Mitglieder.

Trotz verschiedener Schicksale geht es den geselligen Meerschweinchen bei Neudert gut. Sie leben in kleinen Gruppen, und abends dürfen sie auf einem umzäunten Rasen mit zwei Hunden und einer Katze spielen - darunter die erst drei Monate alte blonde Flori, die auf dem rechten Auge blind ist, und der kastrierte dreijährige Quentin, der nach seiner Operation erst einmal vier Wochen alleine bleiben muss. Übrigens stammen Meerschweinchen aus Südamerika und heißen so, weil sie mit Schiffen über das weite Meer in die ganze Welt gekommen sind.

Artikel vom 05.07.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 06.07.2013, 20:02 Uhr)

 

Artikel: www.fnp.de/rhein-main/kreise_of_gross-gerau/Sie-hat-ein-Herz-fuer-kleine-Tiere;art688,570651

© 2013 Frankfurter Neue Presse


Freitagsanzeiger vom 31.1.2013


Kelsterbach Aktuell 50/2012


Meerschweinchen in Not erhält Auszeichnung bei der Aktion "100 helfende Helden gesucht"

Von der Landesstiftung Miteinander in Hessen gemeinsam mit der Initiative "Nähe ist gut" gab es in diesem Jahr die Aktion "100 helfende Helden gesucht". Es geht darum, ehrenamtliche Projekte und Aktivitäten bekanntzumachen, zu unterstützen und ggf. neue Helfer über die dortige Ehremamtsbörse zu gewinnen.

Wir haben uns als Verein beworben und sind unter die 100 Aktionen gekommen, die für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden. Über diese Urkunde freuen wir uns sehr, da hiermit der Einsatz unserer Mitglieder honoriert wird, die sich neben ihrem normalen Familien- und Berufsalltag für den Verein und damit unsere Schützlinge einbringen.


Kelsterbach Aktuell 34/2012


Frankfurter Rundschau vom 30.05.2012


Freitags-Anzeiger vom 13.04.2012


Notfall Hunsrück: Artikel in der Veritas Extra Dez.2011/Jan.2012


Artikel in Der Tierfreund - 4/2011


Notfall Hunsrück: Artikel in Kelsterbach Aktuell vom 18.11.11


Notfall Hunsrück: Artikel in der Neuen Presse vom 05.11.11

Bericht in der Neuen Presse über den Notfall im Hunsrück vom 05.11.11

Link zur Artikel: www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt-sued/meerschweinchen-gerettet_rmn01.c.9340632.de.html

Meerschweinchen gerettet 

Engagierten Tierschützern des Vereins "Meerschweinchen in Not" in Kelsterbach ist es gelungen, 78 Tiere aus einem Tierpark im Hunsrück zu retten. 

Kelsterbach. In einem viel zu engen Gehege wurden die Meerschweinchen in einem Tierpark im Hunsrück gehalten. Eine Passantin hatten den Verein über die schlimmen Bedingungen, unter denen die Tiere dort lebten, informiert, teilt der Verein mit, der danach eine Rettungsaktion einleitete. 

Beim Eintreffen habe sich den Tierschützern ein erschütterndes Bild geboten: 86 Meerschweinchen und 50 Kaninchen lebten zusammen in circa 6 Quadratmeter großen Buchten. Die einzige Rückzugsmöglichkeit habe ein kleines Häuschen geboten, in das sich die Tiere drängten. Die Buchten seien ungeheizt, das Einstreu alt und verunreinigt gewesen, das Stroh nass und kalt. Futter habe es kaum gegeben. Selten wurde etwas Heu in die Buchten geworfen, auf das sich die Tiere mit Heißhunger stürzten. Unter den Meerschweinchen gab es kaum alte und neugeborene Tiere. Unerwünschte Tiere, die den Besuchern des Parks nicht präsentiert werden sollten, wurden "entsorgt". Man drehe ihnen kurzerhand den Hals um, erklärte ein Tierpfleger. Das Fehlen alter und neugeborener Tiere wurde damit begründet, dass Raubtiere in das Gehege eindringen, um sich "mal ein Meerschweinchen zu holen". 

Der Verein "Meerschweinchen in Not" konnte die Tiere inzwischen versorgen und in Pflegestellen unterbringen. Der Verein bittet um Spenden. Wie geholfen werden kann, ist im Internet unter http://www.meerschweinchen-in-not.de zu erfahren.fnp (fnp)

 

Artikel vom 04. November 2011, 18.10 Uhr (letzte Änderung 05. November 2011, 04.05 Uhr)

 



Notfall Frankfurter Messe: Artikel in der Veritas 10/2011

Artikel in der Veritas 10/2011 


„Perle“ zeigt den Fluchtreflex

Artikel in der Wiesbadener Kurier über die Pflegestelle Taunusstein

Link zur Artikel: Artikel Wiesbadener Kurier


17.02.2011 auf Vox Menschen Tiere und Doktoren auch bei uns

Unser Patentier Dana ist zum Fernsehstar avanciert

Im Rahmen mehrerer Besuche und Behandlungen in der Gießener Tierklinik wurde das Team des TV-Senders VOX auf unser Patenschweinchen Dana aufmerksam. Das VOX-Team zeigte großes Interesse an ihr und erkundigte sich bei der Pflegestelle in der  Dana jetzt ein fürsorgliches und liebevolles Zuhause gefunden hat.
Dana litt an einem Tumor, weshalb sie operiert wurde. Die Operation verlief gut, jedoch traten danach große Probleme auf, die dazu führten, daß sie stark an Gewicht verlor und über längere Zeit gepäppelt werden musste. Auf 460 g abgemagert, mußten wir das Schlimmste befürchten. 

Dana ist heute wieder ganz fit, was nicht zuletzt durch ihren Kampfgeist, die intensive Versorgung in ihrer Pflegestelle sowie die hervorragende tierärztliche Betreuung möglich war. Wir freuen uns, daß unsere Dana in der Sendung „Menschen, Tiere & Doktoren“ war. Der Ausstrahlungstermin war am 17.02.11 um 16.55 Uhr bei VOX (3 Beiträge: Untersuchung, Operation, Nachbehandlung).


Weitere Artikel

Bericht aus der '' Lokalen Zeitung" VG Bodenheim/Mainz für Kalenderwoche 25.


Artikel erschienen in dem Club- und Kundemagazin VERITAS extra, Ausgabe August/September 2008, Herausgeber: VERITAS Family Club GmbH


Zeitungsbericht Krifteler Nachrichten vom 04.04.2008