Gurken sind ihre Lieblingsspeise

Zeitungsbericht Rüsselsheimer Echo (vom 28.02.06)

Meerschweinchen in Not: Die elfjährige Lisa Stickler sammelt für die rund 30 Pflegetiere des Vereins Futter bei den Beschickern des Wochenmarktes.

Eine Stunde dauert der Rundgang. Dann ist der kleine Bollerwagen, den Lisa Stickler hinter sich her zieht, meist voll beladen mit Salat, Kohlblättern, Karotten und anderem Grünzeug, das sie bei den Beschickern des Wochenmarktes gesammelt hat. Samstag für Samstag ist die Elfjährige unterwegs, meist in Begleitung von Dackel Charly. Und wenn einer der Bauern neben Kohlrabi und zerbrochenen Karotten auch noch eine Gurke über den Tisch reicht, freut sich Lisa besonders. Gurken, verrät sie,sind nämlich die Lieblingsspeise von Meerschweinchen. Und für die kleinen Nager aus Südamerika, die in Deutschland zu den  beliebtesten Haustieren zählen, zieht Lisa bei jedem Wetter mit ihrem Leiterwägelchen in die Innenstadt, um Grünfutter zu holen. Einmal, erzählt ihre Mutter, war sie derart erkältet, dass ich sie nicht weg gelassen habe. Da hat sie darauf bestanden, dass ich mich mit dem Bollerwagen auf den Weg zum Wochenmarkt mache.

Aber für Meerschweinchen machen Lisa und ihre Mutter Tina Teubler fast alles. Vor rund 15 Jahren hat Tina Teubler ihre Vorliebe für die kleinen Nager entdeckt und festgestellt, dass Hunde und Katzen eine ganz andere, viel bessere Lobby haben als Meerschweinchen. Dabei sind das einfach tolle und intelligente Tiere mit einem fantastischen Sozialverhalten, sagt die engagierte Tierfreundin, die 2001 mit Gleichgesinnten den Verein Meerschweinchen in Not gründete. Eine von insgesamt drei Organisationen, die sich um misshandelte oder ausgesetzte Tiere kümmert oder um solche, die aus welchen Gründen auch immer von ihren Besitzern abgegeben werden.

Zwischenzeitlich zählt ihr Verein über 100 Mitglieder. Die unterstützen mit ihrem Beitrag die Arbeit des Vereins oder engagieren sich, indem sie Tiere bis zu deren Weitervermittlung in Pflege nehmen. Bei Tina Teubler sind fast ständig rund 30 Pflegetiere untergebracht. Nur zwei Meerschweinchen sind eigene Tiere.

Für Tochter Lisa macht das keinen Unterschied. 30 Mäulchen wollen gestopft werden. Dafür zieht die Elfjährige auch bei kaltem Wind zum Wochenmarkt, um Futter zu sammeln. Und bei den Bauern der Region, die ihre Ware anbieten, zählt sie längst zur gern gesehenen Stammkundin. 

zurück