Unsere verstorbenen Patentiere

Eddi / verstorben 19.07.2010

Rasse Langhaar-Mix
Farbe weiß p.e.
Aufnahmedatum 17.10.2009
Geburtsdatum 2003
Kastrationspate bereits kastriert aufgenommen
   
 
 
Eddi wurde irgendwann 2006 als ungewollter Nachwuchs im Tierheim abgegeben. Er hat dort zwar einen Partner gefunden, aber nie eine warme und liebende "Stube". Jeder Interessent lief an ihm vorbei, kein Mensch hat sich je für ihn interessiert und so blieb er 3 lange Jahre an der Seite seines Partners im Tierheim. Als dieser starb wollte auch Eddi nicht mehr leben. Er trauerte arg nach dem einzigen Lebewesen, was ihn mochte!

Fast alle im Verein kannten Eddi und als er "in Not" war, waren wir sofort bereit, ihn bei uns aufzunehmen. Die Suche nach einem warmen und liebenden Platz hat nun ein Ende. Wir wollen ihm einen erneuten langen Sitz in einer Pflegestelle ersparen und haben intern einen super tollen Dauerplatz gefunden, in dem Eddi als geliebtes und gewünschtes Patentier verbleiben darf.

Eddi ist gesundheitlich doch sehr angeschlagen und weiß mit p.e. ist nicht beliebt, ein Dauergast also. Wir denken, dass er etwas Besseres verdient hat als seinen Lebensabend mit der endgültigen Suche zu verbringen. Er darf also bleiben und mit Ihrer Hilfe und Patenschaft wird sein Näpfchen immer gefüllt sein ;o)

Ursprünglich kam er mit Kerstin zu uns. Anfangs sah es nach der großen Liebe aus, aber dem war leider nicht so. Nachdem sich beide eingelebt hatten, akzeptierte sie ihn plötzlich nicht mehr und attackierte ihn ständig. Eddi verstand die Welt nicht mehr und Kerstin musste ausziehen. )c: Eddi hat nun endlich sein Glück bei der kleinen Leonie gefunden, zwei die sich gesucht und gefunden haben.
 
Bei diesem Pflegeschweinchen soll mal beispielhaft aufgezeigt werden, was die Pflegestellen so alles leisten, hier der Bericht von der Pflegestelle, in der Eddi sitzt.

Ich hatte heute morgen noch einen vollständigen Bericht über Eddis bisherigen Krankheitsverlauf geschrieben (siehe Anhang) und zusammen mit der Gewichtstabelle dem Tierarzt mitgebracht. Er hat sich die Zeit genommen alles genau durch zu lesen und hat viele Fragen gestellt.

Danach hat er Eddi genau abgehört, abgetastet, Zähne kontrolliert und geröntgt. Anhand der Röntgenbilder hat er mir dann alles ganz genau erklärt, ich war 1,25 Std. in dem Behandlungsraum.

Die Luftröhre von Eddi ist ein 1/3 enger wie normal. Dadurch hat er einen vermehrten Speichelfluß und verschluckt sich sehr leicht. Das ganze verursacht eine Bakterielle Entzündung im Bronchial und Lungenbereich. Die Lunge ist schon soweit geschädigt, daß man durch diesen milchig/weißen Belag das Herz nicht mehr erkennen kann. Bereits 2/3 der Lunge ist mit diesem Belag überzogen, außerdem hat er durch diese Entzündungen sehr viele Narben in den Lungen was ihm die Atmung natürlich noch erschwert. Sobald sich zu viel Schleim angesammelt hat, kommen dann bei ihm diese krampfartigen Hustenanfälle, es zieht sich der komplette Körper zusammen wodurch er  quasi einen Teil des Schleims abhusten kann. Es besteht die Gefahr, daß er irgendwann daran erstickt. Seine Gase im Darmbereich werden ebenfalls durch diese Krankheit verursacht, wenn er aufgast, was innerhalb kürzester Zeit passieren kann, drückt ihm das noch Zusätzlich auf die Lunge was natürlich das Krankheitsbild noch verschlimmert und die Anfälle vermehrt auslöst.

Von der bisherigen Medikamentenverabreichung wurde alles getan, es gibt kein neues Mittel das eingesetzt werden kann.

Deshalb hat er vorgeschlagen Eddi mit richtigem Cortison zu behandeln, er würde dann alle 3-4 Wochen eine Spritze bekommen. Sollte die erwartete Wirkung ausbleiben, schlagt er als letzte Möglichkeit eine Endoskopie vor. Das muß unter Narkose gemacht werden, er schaut wie es aussieht und wenn man keine weitere Möglichkeit hat die Krankheit zu verbessern würde er Eddi gar nicht mehr aus der Narkose herausholen.  Es ist schon sehr weit fortgeschritten und wenn die Anfälle bereits alle 2/3 Tage kommen ist es für Eddi nur eine Quälerei das hat nichts mehr mit Art gerechter Haltung zu tun.

Zusätzlich zu dem Cortison wird noch mit der Dauertherapie behandelt:

Crategus D4 2 x 3

Cantharis D 30 1x

Bisolvon 1 Msp tägl. nach Bedarf  2 – 3 x

Zusätzlich seit 02.06. ACC Akut 200 1 Msp tägl.

Spez. Cocktail Nux vomica, Spascubreel, Coffea, Dysenteral

Dimeticon 2 x 0,5 ml oder Sab Simplex

MCP Tropfen Medikamente seit Aufnahme:
Baycox 0,14 ml
Ivomec

Kurze Zeit nach dem Eddi bei uns eingezogen ist, habe ich bemerkt, dass mit Eddis Atmung etwas nicht stimmt. Der Tierarzt hat bei Eddi Würmer festgestellt. Er wurde mit Panacur behandelt.

Da die Symptome schlimmer wurden musste Eddi  für 3 Tage in die Tierklinik.
Diagnose: Dehydration, Lunge stark angegriffen und mit Flüssigkeit gefüllt, Darm stark aufgebläht

Behandlung:
Baytril 5 Tage 0,2 ml (in dem Zeitraum Nov. – März hat er 3 – 4 mal Antibiotika bekommen)
Herbicolon 3 x 5-6 Tropfen
Dimeticon von Albrecht 2 x 0,5 ml
Bene Bac ½ Tube täglich
Creditel Care 4 – 5 x 10 ml täglich

Auch nach dem Aufenthalt in der Tierklinik ging es ihm immer wieder schlecht, teilweise sind wir mit ihm 2 - 3 mal in der Woche zum Tierarzt gefahren. An einen Tag mussten wir innerhalb weniger Stunden ein 2. Mal zum Tierarzt, sein Zustand war sehr bedenklich. Es wurde ihm das erste Mal ein leichtes Cortison  verabreicht und er bekam alle 48 Stunden ein  Antibiotika gespritzt. Medikamente: Fenfenicol 2 x 0,15 ml und Voren 0,15 ml am 10.04. / 24.04./ 15.05.

Wir haben dann versucht ihn mit einem Homöopathischen Cortison von der Firma Heel stabil zu halten. Aber auch das ging nur kurze Zeit gut. Außerdem bekam er noch weitere Homöopathische Medikamente
Sasapanila C 30 1x, Herba Sulf D 12 2 x 3, Bismutum Pentakarn 1 Tal. Tägl. es wurde wieder für kurze Zeit eine Besserung erzielt.

Immer wenn er ein neues Medikament bekam wurde es etwas besser. Aber die Rückfälle kamen in immer kleineren Zeitabständen.

Jetzt hatte er auch noch Darmpilze und bekam für 14 Tage Nistatin, dadurch haben sich die Blähungen deutlich reduziert.

Zwischendurch wurde er noch mit den Homöopathischen Medikamente behandelt:
     Abrotanum D 12 ca. 3 Wo.
        Arsenicum Jodatum ca. 2 Wo.
        Arsenicum Album ca. 1 Wo.
        Infi Arsenicum N 1 Tabl. Tägl. ca. 3 – 4 Wo

Nach einem erneuten Rückfall und dem damit verbunden Tierarztbesuch hat man entschieden ihm alle 3 Wochen ein stärkeres Cortison zu spritzen. Um eine Verschlechterung zu vermeiden bekommt er zusätzlich folgende  Dauertherapie:

Crateagus D4 (zur Stärkung des Herzens)
Cantharis D 30 (zur Stärkung der Blase)
Bisolvon 1 Msp tägl. nach Bedarf  2 – 3 mal  und  einmal täglich 1 Msp  ACC Akut 200 (für die Schleimhäute damit sich nicht zuviel Sekret ansammeln kann)
Für die Darmflora: Spez. Cocktail von Dr. Seitz: Nux vomica, Spascubreel, Coffea, Dysenteral und Sab Simplex
Für Lunge und Bronchien einmal täglich 1 Tablette Engystol , Lachesis Comp., Pyrogenium C30, Antimonium Sulf. Aurantic. D10 1x tägl. (wirkt wie ein Homöop. Antibiotika)

Wenn Eddi zu sehr verschleimt ist, bekommt er Schüssler Salze Nr. 17 (Manganum sulfuricum D6 zum Schleim lösen) und Nr. 19 Cuprum arsenicosum (Krampf lösend)

Die Behandlung scheint an zuschlagen, wir müssen jetzt nur noch zum Tierarzt wenn er seine Spritze bekommt.
Das ist für Eddi und auch für uns viel weniger Stress und Aufregung. Am Montag, 19.07.2010 um 9.30 Uhr ist Eddi über die Regenbrücke gegangen.
Innerhalb einer Woche hat er Körperlich stark abgebaut! Er hat seine Medikamente und die Wasseraufnahme verweigert, lediglich sein Päppelbrei und ein Stückchen Gurke hat er noch genommen.
Eddi hat uns deutlich gezeigt „ich kann nicht mehr“.
Trotz aller Anzeichen ist uns die Entscheidung ihn zu erlösen nicht leicht gefallen! Schließlich haben wir ihn 9 Monate Intensiv gepflegt und gepäppelt und sind mit ihm durch alle Höhen und Tiefen gegangen.
Nach dem der erste Schmerz vorüber ist, verspüren wir auch eine gewisse Erleichterung, weil wir wissen, die Entscheidung war richtig!
Nachruf für Eddi
Der Tod ist das Tor zum Licht
am Ende eines mühsam gewordenen Weges.
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwieriger ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual
der Erinnerung in stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie ein Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

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