Außenhaltung von Meerschweinchen

Immer wieder bekommen wir Anfragen zur Außenhaltung. Diese ist zwar ganzjährig möglich, aber um ein vielfaches aufwendiger als die Innenhaltung und für Anfänger absolut ungeeignet.

Ganzjährige Außenhaltung heißt nicht einfach, einen handelsüblichen Käfig nach draußen zu stellen oder ein Stück des Gartens einzuzäunen.



Außenhaltung heißt:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit
  • Erfahrung
  • arbeits-/zeitintensiver
  • große Gruppe an Meerschweinchen
  • kostenintensiv

Erhöhte Aufmerksamkeit heißt: Die Meerschweinchen innerhalb eines kurzen Zeitraums intensiv beobachten zu können. Veränderungen im Verhalten, in den Fressgewohnheiten usw. festzustellen.

Erfahrung heißt: Veränderungen schnell zu erkennen und handeln.

Arbeits-/zeitintensiv heißt: Fütterung mindestens zweimal täglich. Tägliches Ausmisten bei feuchtkalter Witterung.

Große Gruppe an Tieren heißt: Mindestens sechs Meerschweinchen in einer Gruppe, um sich gegenseitig zu wärmen bzw. zur Bewegung zu animieren. Großer Platzbedarf.

Kostenintensiv heißt:
sicheres Gehege,
große, isolierte Schutzhütte,
vielfaches mehr an Streu, Stroh und Heu,
teures Frischfutter im Winter,
ausgewogenes Trockenfutter wegen des erhöhten Kalorienbedarfs.

Gerade im Winter haben wir immer wieder Meerschweinchen aus Außenhaltung bei uns, die notversorgt werden müssen. Auch unsere Telefonhotline läuft heiß wegen der vielen Nachfragen zur Außenhaltung.

Fragen wir nach, sind es zu 85 % Eltern, die ihren Kindern die Meerschweinchen geschenkt haben. Diese Meerschweinchen vegetieren nun in 1-m-Käfigen auf Terrasse oder Balkon dahin, und die Partnertiere sind oft kurz vorher an einer Lungenentzündung gestorben.

Im Krankheitsfall muss ein Meerschweinchen IMMER ins Haus!

Für mehr Informationen zu artgerechter Außenhaltung empfehlen wir Ruth Morgeneggs Buch „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für Meerschweinchen“.